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LehrerInnenstimme 1_2017

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Gedanken zur Bildungsreform

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Schulautonomie, Clusterbildung und die Risiken für Niederösterreichische Schulen.

 

Ich zäume das Pferd jetzt ganz bewusst von hinten auf. Nur das, was an positiven Effekten der geplanten Bildungsreform beim einzelnen Schüler, bei der einzelnen Schülerin ankommt, kann politisch und pädagogisch gut  bilanzieren. Und bei allem Wissen um unsere Weisungsgebundenheit im öffentlichen Dienst: Nur eine bei uns Lehrerinnen und Lehrern auch atmosphärisch gut angenommene Reform wird sich produktiv in unserer Arbeit mit den jungen Menschen abbilden.

 

Ich denke, wir als SLÖ NÖ können das Paket „Schulautonomie“ befürworten. Es ermöglicht ein gutes Stück pädagogische Freiheit bei der Zeitgestaltung, den Schülergruppen – Arrangements sowie der Personalentscheidung am Standort. Kritisch beäugen sollten wir jedoch alle Eventualitäten, die rund um die Planung von Schul-Clustern erwachsen könnten.  Es läge, so denke ich, in der Natur der Sache, dass das Bundesministerium für Bildung (BMB) bei der Errichtung von Clustern ein städtisches  Szenario vor Augen hat.

So wie wir die Schulcluster verstehen bedeuten  sie, dass mehrere Schulstandorte, nach Möglichkeit eine NMS und mehrere VS (wo bleibt die PTS?) unter eine gemeinsame personelle Führung stellen. Der/Die Cluster-Leiter/in gestaltet die Standorte hinsichtlich Personal, pädagogischen Schwerpunkten und Infrastruktur. Nur so kann modernes pädagogisches Management aus unserer Sicht gemeint sein. Damit einher gehen müssen jedoch einige flankierende Maßnahmen.

 

1)     Auch der Schulerhalter, sprich die für die Infrastruktur aufkommenden Gemeinden, müssen eine Cluster-Lösung mittragen. Und gemeinsame Projekte wie z. B. die Errichtung einer Sportanlage an einem Standort des Clusters, deren Mitbenutzung durch die anderen Schulen inklusive Shuttle – Dienst müssen gemeinsam so fixiert werden, dass sie über Wahltermine in der Gemeinde verlässlich hinausreichen.

2)     Pädagogisch ist ein Cluster dann sinnvoll, wenn die einzelnen Standorte verschiedene Schwerpunkte anbieten können und das auch wollen. Dann müssen (endlich) die Schulsprengel geöffnet werden. Nur so kann dieses Reformpaket seitens der Eltern positiv aufgenommen werden.

3)     Die Qualität der Pflichtschule besteht (auch) darin, dass die Pädagogen vor Ort Ansprechpersonen für die Familien sind. Ein Cluster – Leiter, der nur vielleicht einmal pro Woche am Standort erscheint, wird kein probater Ansprechpartner sein. Menschen vor Ort müssen sich den Anliegen der Menschen widmen können.

Das BMB betont, dass die angestrebten Schulcluster im freiwilligen Verbund der interessierten Schule und der zugehörigen Schulerhalter vonstattengehen soll. Ebenso ist die Freigabe der Schulsprengel den Ländern überantwortet worden.

Welchen Weg wird Niederösterreich dabei einschlagen? Wird der Mensch als Bezugsgröße wichtig sein? Oder wird politisches Kalkül wie bei der niederösterreichischen Umsetzung der Schulverwaltungsreform  im Vordergrund stehen? 2017 wird uns möglicherweise darauf die Antwort geben.

Mag. Reinhard Ransböck, Landesekretär SLÖ NÖ

PS.: Lesenswert

Kurierinterview Niki Glattauer vom 8.1.2017